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Projekttag Inklusion

Bereits seit einigen Jahren hat sich die Realschule Ergolding das Thema Inklusion auf die Fahnen geschrieben. Dass Schülerinnen und Schüler mit und ohne besonderen Förderbedarf ganz natürlich zusammen unterrichtet werden, ist für unsere Schule daher bereits zur Selbstverständlichkeit geworden. Um das Thema „Leben mit einer Behinderung“ jedoch verstärkt ins Bewusstsein zu rücken, veranstaltete das Inklusionsteam unter der Leitung von Frau Pirkl auch in diesem Schuljahr wieder einen eigenen Projekttag Inklusion. Hierzu wurde Frau Beate Schaffelhuber, die Mutter der bekannten Monoskifahrerin Anna Schaffelhuber, eingeladen, die den Schülerinnen und Schülern der Klassen 5-8 an zwei Schulvormittagen ein umfangreiches Programm zum Thema „Leben im Rollstuhl“ bot. Die Behinderung ihrer Tochter sowie ihr Beruf als Krankenschwester ermöglichten es Frau Schaffelhuber viele Erfahrungen mit Menschen zu machen, die im Alltag auf einen Rollstuhl angewiesen sind. Aus dieser Lebenssituation heraus gestaltet sie seit einigen Jahren besondere Rollstuhlprojekte für Schulen, Kinder-und Jugendgruppen oder auch Erwachsene. Am 15.,16. und 17. März war Frau Schaffelhuber an unserer Schule zu Gast, wo sie das Hilfsmittel Rollstuhl zunächst den Lehrkräften und dann auch den Schülerinnen und Schülern näher brachte. Wie kann ich mich im Rollstuhl durch das Schulhaus bewegen? Welche Sportarten sind auch im Rollstuhl möglich? Welche Herausforderungen begegnen mir im Rollstuhl beim Öffnen und Schließen von Türen oder beim Bewältigen von Steigungen und Neigungen? Nicht nur darüber zu sprechen, sondern sich einmal selbst in einen Rollstuhl zu setzen und damit verschiedene Dinge auszuprobieren, ermöglichte es den Teilnehmern sich gut in solche Situationen hineinzuversetzen. Ergänzt wurden Rolliparcour, Rollstuhlrennen und gemischtes Luftballon-Volleyball durch zahlreiche Gespräche und Vorträge, in denen Frau Schaffelhuber Menschen mit Behinderung vorstellte, verschieden Typen von Rollstühlen zeigte, besondere Alltagsschwierigkeiten von Rollstuhlfahrern verdeutlichte oder aufzeigte, wie man einem Rollstuhlfahrer konkret Hilfestellung leisten kann. Die Schülerinnen und Schüler hatten dabei nicht nur eine Menge Spaß, sie konnten auch Berührungsängste abbauen und ihre Wahrnehmung von Menschen mit Behinderung reflektieren. Finanziell unterstützt wurde das Projekt von der Sparkasse Landshut und vom Kinderladen „Baby&Kind-Hess“ in Ergolding. Gehe zur Fotogalerie Rollstuhlprojekt


2. Netzwerk- Treffen Inklusion mit der Paul-Winter-Realschule Neuburg an der Donau

Bereits zum zweiten Mal trafen sich Vertreter des Inklusionsteams der Realschule Ergolding mit Lehrkräften der Paul-Winter-Realschule. Da auch die Realschule in Neuburg an der Donau das Profil „Inklusion“ trägt, ist der Austausch und die gemeinsame Arbeit am Thema „Inklusion“ für beide Schulen sehr bereichernd. Durch die unterschiedlichen Blickwinkel und Herangehensweisen konnten für alle neue Aspekte und Möglichkeiten aufgezeigt werden.
Aus diesem Grund sind sich die Vertreter beider Schulen einig, dass das Netzwerk Ergolding-Neuburg an der Donau weiterhin ausgebaut und vertieft werden soll.


Austausch mit der Paul-Winter-Realschule

Austausch mit der Paul-Winter-Realschule Ein Treffen der besonderen Art fand am 14.Juli 2015 in der Realschule Ergolding statt. Das Inklusionsteam der Realschule traf sich mit Vertretern der Paul-Winter-Realschule aus Neuburg an der Donau, welche seit September 2014 ebenfalls das Profil „Inklusion“ trägt. Ziel war ein erstes Kennenlernen und gegenseitiger Austausch. Da jede Schule ihren ganz individuellen Weg zur Umsetzung dieses Profils verfolgt, konnten beide Schulen aus diesem Treffen viele neue Eindrücke und Ideen mit nach Hause nehmen. Doch ein gemeinsames Ziel eint beide Schulen: Der Wunsch, für Schülern mit sonderpädagogischem Förderbedarf einen passenden Lern- und Lebensraum in der Schule anbieten zu können.
Die Vertreter beider Schulen waren sich einig, dass der Kontakt ausgebaut werden solle und so ist ein erneutes Treffen im nächsten Schuljahr in Neuburg an der Donau geplant.


Besuch der Ernst-Barlach-Schule in München

Seit einigen Jahren ist der Begriff „Inklusion“ auch in der Bildungspolitik Bayerns in aller Munde. Er bezeichnet das Anerkennen von Diversität in Erziehung und Bildung und bedeutet, dass Kinder und Jugendliche mit einer Behinderung und solche ohne besonderen Förderbedarf gemeinsam unterrichtet werden. Auch die Realschule Ergolding hat sich als „Schule mit Schulprofil Inklusion“ die Eingliederung von Schülerinnen und Schülern mit sonderpädagogischem Förderbedarf auf die Fahnen geschrieben. Um diesen Prozess voranzutreiben wurde ein Arbeitskreis Inklusion eingerichtet, der sich besonders mit der praktischen Umsetzung des Inklusionsgedanken an unserer Schule beschäftigt.
Ein leuchtendes Beispiel für unvoreingenommenes Miteinander von behinderten und nicht-behinderten Kindern und Jugendlichen stellt die Ernst-Barlach-Schulen GmbH in München dar. Sie ist Teil der Stiftung Pfennigparade, die sich nach ihrer Gründung im Jahr 1952 zu einem der größten Rehabilitationszentren für körperbehinderte Menschen in Süddeutschland entwickelte. Rund 2000 Menschen leben und arbeiten heute unter ihrem Dach. Die Ernst-Barlach-Schulgemeinschaft bietet mit Schulvorbereitender Einrichtung, Heilpädagogischer Tagungsstätte, Grund- und Mittelschule, Realschule und Fachoberschule daher ein breites Spektrum an Möglichkeiten, bereits gelebte Inklusion mitzuerleben.
Aus diesem Grund stattete eine Abordnung des Arbeitskreises Inklusion der Ernst-Barlach-Realschule im November dieses Schuljahres einen Besuch ab, um sich Tipps und Anregungen von Experten auf dem Gebiet Inklusion zu holen. Die kleine Gruppe von Lehrkräften, bestehend aus Frau Ebner, Frau Pirkl, Frau Weiß, Frau Lösch und Frau Roider, machte sich in den frühen Morgenstunden auf den Weg nach München um sich mit der Schulleiterin Frau Maria Weide-Gertke sowie einigen unterrichtenden Lehrkräften auszutauschen und durfte auch in Unterrichtsstunden verschiedener Jahrgangsstufen hospitieren. Dabei bot sich ein eindrucksvolles Bild des Miteinanders von Rollstuhlfahrern, Schülerinnen und Schülern mit Lernschwierigkeiten, Beeinträchtigungen der Hör- oder Sehfähigkeit, motorischen Defiziten sowie Schülerinnen und Schülern ohne Einschränkungen.
Augenfällig für die Besucher waren neben dem außergewöhnlichen Schulgebäude mit Rampen-statt Treppenhaus zunächst die geringe Klassenstärke von maximal 15 Schülern. Zudem fiel das recht innige Verhältnis zwischen Schülern und Lehrkräften auf und es wurde deutlich, dass hier die verschiedensten Schülerinnen und Schüler aktiv und produktiv zusammenarbeiten. Mit be-eindruckender Selbstverständlichkeit gehen alle Beteiligten mit einander um und unterstützen sich gegenseitig beim Lernen und Leben.
Dies liegt sicherlich auch daran, dass sich die Ernst-Barlach-Schulen sozusagen „andersherum“ von einer Einrichtung ausschließlich für Schülerinnen und Schüler mit Behinderung her zu Inklusions-schulen, die auch „normale“ Schüler aufnehmen, entwickelt haben. So verfügen die Schulen über die eigentliche Unterrichtstätigkeit hinaus über ein breites Spektrum an zusätzlichen Angeboten wie beispielweise Therapieformen, Fördermöglichkeiten oder mobile Schulbegleiter. Die Ergoldinger Lehrkräfte, die sich auch mit Schülerinnen und Schüler austauschen konnten, kehrten am Ende eines lehrreichen Schulvormittags mit vielen positiven Eindrücken, neu geknüpften Kontakten und einigen Ideen und Vorschlägen für die eigene Arbeit am Thema Inklusion nach Hause zurück.